Zustiftung
Das Ehepaar Simon hat keine eigene Stiftung gegründet. Sie hat ihr Geld der CaritasStiftung im Erzbistum Köln zugestiftet. Was man darunter versteht, lesen Sie im Stifter-Lexikon
2.000 Stunden Ehrenamt und eine Zustiftung
Was tun mit dem eigenen Vermögen? Wer soll einmal das Vermächtnis bekommen? Viele Jahre hatte sich das Ehepaar Simon mit dieser
Frage beschäftigt. Sie haben lange hin und her überlegt, einiges in Erwägung gezogen und dann doch wieder verworfen. „Schließlich
kann man so eine schwerwiegende Entscheidung nicht übers Knie brechen“, erzählt der 68-Jährige Klaus-Werner Simon rückblickend.
Das kinderlose Ehepaar lebt heute in einem Eigenheim im rheinischen Langenfeld zwischen Köln und Düsseldorf. Brigitte Simon
ist 66 Jahre und war Produktionsleiterin beim Kölner Carl-Heymann-Verlag. Sie blickt auf eine 42 Jahre lange berufliche Tätigkeit
zurück. Ihr Ehemann war fast ebenso viele Jahre in der Verwaltung der Bayer-Werke in Leverkusen tätig. Ausschlaggebend dafür,
das ersparte Vermögen in Form einer Zustiftung letztlich der CaritasStiftung im Erzbistum Köln zur Verfügung zu stellen, waren
aber die Erfahrungen im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements für den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Langenfeld.
„Als wir 2004 in Rente gingen, war schnell klar, dass wir unsere Zeit nicht Zuhause verbringen wollten, wie so viele andere
in der Nachbarschaft“, erzählt Klaus-Werner Simon von den Anfängen. Er kenne Menschen, die ihre Zeit unverständlicherweise nur vor dem Fernseher verbringen. Das sollte ihnen nicht passieren.
In der Zeitung haben sie einen Aufruf des SkF Langenfelds entdeckt und sich gemeldet. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen,
haben die Räumlichkeiten des Secondhand-Kaufhauses ‚ProDonna’ in Augenschein genommen und dann war es für mich sehr schnell
klar, dass ich hier eine tolle Aufgabe gefunden habe,“ erinnert sich Brigitte Simon. Die Beratung der Kunden, der Verkauf
von Ware an Menschen, die es im Leben nicht einfach haben, erfüllt sie mit Zufriedenheit.
Ihr Ehemann war zunächst noch etwas zurückhaltend und mit einem Augenzwinkern kommentiert er: „Ich habe immer gedacht: ‚Lass
die mal machen’“. Irgendwann war aber Kompetenz in Verwaltungsfragen gefragt, und da konnte Herr Simon einfach nicht Nein
sagen, denn Büroarbeit ist sein Metier. Er unterstützt den SkF heute, wenn es um die Organisation der „Hilfen im Alltag“ geht,
schreibt Rechnungen und erledigt fast alle Aufgaben in der Verwaltung. Außerdem engagiert er sich im SkF-Shop „Die Tüte“.
Hier werden Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs für Menschen, die am Rand des Existenzminimums leben, bereitgestellt.
Und welchen unglaublichen Spaß ihm die Arbeit bereitet, wird deutlich, als er von den Wochenenden erzählt: „Manchmal sage
ich dann zu meiner Frau, ich freue mich schon auf Montag.“ Zusammen engagierten sich die Simons im vergangenen Jahr 2.000
Stunden ehrenamtlich.
Sie gehört der evangelischen Kirche an, er ist katholisch. Nach ihrer Motivation gefragt, warum sie über ihr ehrenamtliches
Tun hinaus auch finanziell helfen wollten, sagt das Ehepaar,: „Wir wollten einfach nur etwas Gutes tun, und zwar nicht irgendwo in der Welt, sondern dort, wo wir leben. Die CaritasStiftung im Erzbistum Köln stellt dies sicher, sie hilft nachhaltig Kindern, Jugendlichen und auch alten Menschen
in der Region, deshalb unterstützen wir diese wichtige Einrichtung.“ Im Leben hätten sie so viel Glück gehabt, aus diesem
Grund sei es nur richtig, etwas von dem, was sie an Gutem erfahren durften, auch der Welt zurückzugeben.
Alfred Hovestädt
