Zustiftung
Hedwig und Josef Schrage haben keine eigene Stiftung gegründet. Sie haben ihr Geld der CaritasStiftung des Erzbistums Köln zugestiftet. Was man darunter versteht, lesen Sie in unserem Stiftungs-Lexikon .
„Wir möchten unser Glück weitergeben“
Das Ehepaar Schrage will sein Glück weitergeben.
„Das Leben hat es gut mit uns gemeint, dieses Glück möchten wir nun weitergeben“, erklärt Hedwig Schrage. Die ehemalige Volksschullehrerin
hat gemeinsam mit ihrem Mann Josef, eine Zustiftung über 20.000 Euro zugunsten der CaritasStiftung im Erzbistum Köln gemacht.
Zufrieden blickt sich die 84-Jährige im liebevoll eingerichteten Wohnzimmer ihres Bergheimer Einfamilienhauses um. An der
Wand hängen Bilder von ihren drei Söhnen und den acht Enkelkindern. „Uns geht es gut und wir wissen, dass alle gut versorgt
sind. Weshalb also nicht den Menschen helfen, denen es schlechter geht als uns?“, ergänzt Josef Schrage, Landwirtschaftsdirektor
a.D.
Seit über 50 Jahren gehört es für das Ehepaar Schrage einfach dazu, für soziale Zwecke zu spenden. Zurzeit unterstützen die beiden Bergheimer etwa zehn verschiedene katholische Hilfswerke. Doch jetzt sollte ein größerer
Betrag gezielt an eine Organisation gehen. „Wir wollten etwas Konkretes tun und etwas Bleibendes schaffen“, erklärt der fast
90-jährige Josef Schrage.
Die gestifteten 20.000 Euro werden nicht angerührt, die Zinsen aber dienen der Unterstützung caritativer Projekte für Menschen
mit Behinderung – und zwar dauerhaft. Den Zweck haben die Stifter selbst ausgewählt, denn: „Menschen mit Behinderung haben es sehr schwer. Sie bedürfen einer ganz
besonderen Förderung, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagt Hedwig Schrage.
Im letzten Jahr feierte das Ehepaar goldene Hochzeit. Heute geht es ihnen gut. Doch im Leben haben sie auch andere Zeiten
erleben müssen. Josef Schrage war im Zweiten Weltkrieg an der Front. In seinem Gepäck damals immer mit dabei: eine Bibel.
„Das hat mir Kraft und Stärke gegeben, die sechs Jahre durchzustehen“, bekennt er.
Hedwig und Josef Schrage lernten sich nach dem Krieg kennen und zogen gemeinsam nach Bergheim. Das Geld war knapp. Die Schwiegereltern
unterstützen die junge Familie: Die Eltern von Josef Schrage gaben ihnen einen Zuschuss zum Bau des Hauses und auch die Eltern
seiner Frau ließen ihnen finanzielle Hilfe zukommen. „Das hat uns damals sehr geholfen. Wir möchten mit unserer Zustiftung
die Erfahrung der Hilfe unserer Eltern an die Gesellschaft zurückgeben“, erklärt Josef Schrage.
Der Glaube und die Nächstenliebe spielen für die beiden Stifter eine wichtige Rolle. „Wir sind beide katholisch erzogen worden, engagierten uns jahrelang ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde und ich sogar im Diözesanrat“,
berichtet der fast 90-Jährige. Bei einer katholischen Organisation wie der Caritas wissen die beiden ihr Geld gut aufgehoben.
„Wir sind uns sicher, dass die CaritasStiftung das Geld in unserem Sinne genau dort einsetzen wird, wo es am nötigsten gebraucht
wird und dadurch Menschen mit Behinderung und ihren Familien neuen Lebensmut gibt“.
Kirstina Eigemeier
